HVB Immobilien AG, Deutschland

HVB saniert Münchner Bürogebäude

Das Gebäude VTO-Nord der HVB von Architekt Sep Ruf aus dem Jahr 1974 wurde im Zuge einer Fassadensanierung auf den energetischen Stand von 2013 gestellt. Dieses Gebäude steht zusammen mit weiteren Objekten am Tucherpark unter Ensemble Schutz.

Im Inneren fanden ebenfalls Umbaumaßnahmen statt. Ursprünglich gestaltete der Architekt ein Großraumbüro, das im Laufe der Jahre durch Zellenbüros ersetzt wurde. Dieses Innenraumkonzept entsprach jedoch nicht mehr den gegenwärtigen und künftigen Anforderungen der HypoVereinsbank.

Das Bankgeschäft hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Die kundenseitigen Front-Office-Bereiche wurden den Anforderungen der Digitalisierung und des Multikanalbanking entsprechend modernisiert und auch bei den Büroflächen änderte sich viel. Angepasst an die sich wandelnden Arbeitswelten wurden Flächen konzipiert, die den neuen Bedürfnissen Rechnung tragen. Den Arbeitnehmern werden vermehrt Räume mit unterschiedlichsten technischen Möglichkeiten zur Verfügung gestellt, und in den Räumen selbst hielt ein neuer gestalterischer Zeitgeist Einzug. Bei den mobilen Bürokonzepten löst man sich konsequent von klassischen Strukturen und bevorzugt kommunikationsfördernde Arbeitslandschaften. Die neuen Strukturen unterstützen die Kreativität des Einzelnen, die Bildung von Teams und die Entstehung von Netzwerken.

Peter Weidenhöfer – Vorstand der HVB Immobilien

In diesem Sinne wurde ab 2012 im Zuge eines Pilotenprojekts das non-territoriale Bürokonzept „Smart-Working“ umgesetzt.

Das Konzept „Smart-Working“

In den neu gestalteten Räumen wurden die Laufwege optimiert und die Umgebung an das neue Konzept angepasst. Statt festen Büros werden den Mitarbeitern verschiedene aktivitätsorientierte Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt, die frei gewählt werden können. Hier findet sich eine “Focus Area” für konzentrierte, konzeptionelle Arbeit und ‘Co-Working-Zones’ für Projektarbeit mit mehreren Kollegen. Für ungestörte Telefonate und Videokonferenzen gibt es auch Zellenbüros, während die ‚Business-Lounge‘ zum informellen Austausch genutzt wird.

Moderne Technologien

Alle Bereiche sind mit modernsten Informations- und Kommunikationstechnologien ausgestattet, die eine schnelle, präzise und intelligente Flexibilisierung des Arbeitslebens ermöglichen. Im gesamten Büro können die Mitarbeiter via W-LAN auf die elektronische Ablage zugreifen und an jeder beliebigen Station Dokumente ausdrucken, sofern das unvermeidlich ist. Dank genormter Dockingstationen mit LAN- und USB-Anschluss können Mitarbeiter an beliebigen Bildschirmarbeitsplätzen, sowie in den Besprechungsräumen und den offenen Besprechungszonen arbeiten. Videokonferenz- und Telepräsenz-Systeme vereinfachen die Kommunikation mit Geschäftspartnern sowie Kollegen an anderen Standorten und tragen dazu bei, die Anzahl der Fahrten und Dienstreisen deutlich zu minimieren und dadurch Emissionen zu sparen.

Flächeneffiziente Einrichtung

Die Flächennutzung bei “Smart Working” ist wesentlich effizienter als die von klassischen Büros. Da – bedingt durch Urlaub, Termine etc. – nie alle Mitarbeiter gleichzeitig im Büro sind, sind dank des modernen Konzepts weniger Büroflächen nötig. Dies spart sowohl Immobilienkosten als auch Ressourcen und ist dadurch aktiver Umweltschutz.

Voraussetzung für die flexible Arbeitswelt der HVB ist die ‘Clean-Desk’-Strategie, bei der Akten und persönliche Gegenstände täglich aufgeräumt werden. Am Tucherpark wurden dazu mobile Schrankanlagen von Bruynzeel eingesetzt. Die Teams und Abteilungen legen Ihre Akten in den PIN-Code gesicherten Regalen ab, während persönliche Gegenstände in ausschließlich persönlich zu öffnenden Schließfächern verschlossen werden. Eine positive Eigenschaft der Regale ist, dass sie zur optimalen Flächenauslastung beitragen. Die Funktionsfläche ist gering, weil die Regale motorisch bewegt werden und nur dort ein Zugang entsteht wo er gerade benötigt wird

Fortsetzung des Konzepts

Wie nahezu alle Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche, die moderne Bürokonzepte auf ihren Flächen realisieren, setzt auch die HypoVereinsbank für voll ausgestattete Arbeitsplätze eine Quote von ca. 0,8 Plätzen pro Mitarbeiter an. Unter Nachhaltigkeitsaspekten wird somit eine ökologische Ressourcenersparnis erreicht.

Vor allem ist dies jedoch unter ökonomischen Gesichtspunkten von großer Bedeutung. Denn bei der flexiblen, schnellen Reaktion auf Veränderungsprozesse können konventionelle, territoriale Büroarbeitsplätze transformationshemmende Faktoren darstellen. Für Banken ist eine hohe Anpassungs- und Umsetzungsgeschwindigkeit – auch bei Organisationsveränderungen – im heutigen Markt- und Wettbewerbsumfeld dringend notwendig. Nahezu alle großen Konzerne aus den Bereichen Finance, IT, Automotive und Telekommunikation verfolgen daher den Ansatz von flexiblen, modernen Arbeitswelten. Maßgeschneiderte Lösungen sind dafür allerdings unerlässlich. Sie erlauben aber auch zukünftig weitere Adaptionsmöglichkeiten.

Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt auf dem OG 4 – 6 wurden inzwischen auch die anderen Etagen des VTO-Nord Gebäudes und der HVB-Tower am Arabellapark nach dem „Smart Working“-Konzept eingerichtet.