REGIONALES ARCHIV ÖSTERGÖTLAND, SCHWEDEN

Das Regionalarchiv von Linköpig, Schweden

Agneta Sundstrand, Archivarin beim Regionalarchiv Östergötland erzählt die Geschichte des Archivs:

„Es war entschieden worden, dass alle Archive in der Region Östergötland in einem einzigen Gebäude zusammengefügt werden sollten. Daher mussten wir neue geeignete Räumlichkeiten finden. Wir suchten ein existierendes Gebäude, dass wir neu gestalten könnten und fanden es im Stadtteil Tornby, in Linköping. Das Gebäude war ursprünglich von einer Werbeagentur. Es ist mehr als 6.000 Quadratmeter Groß und hat verschiedene Büro- und Produktionsräume. Die Agentur wurde vor vier Jahren geschlossen und die Räume waren leer, bis auf eine kleine Kolonie Möwen die sich eingenistet hatten. Das Gebäude hatte eine interessante Einteilung und die alte Druckerei könnte ein Archiv werden. Direkt vor der Tür halten die Busse zur Innenstadt und es gibt jede Menge Parkplätze. Wir waren fast schon überzeugt. Die einzige Frage war, ob wir genügend Platz haben würden oder anbauen dürften um unserem Archivmaterial jetzt und in der Zukunft ausreichend Platz bieten zu können?“

Archiv auf zwei Etagen
Die Antwort kam bald. Weil das Gebäude ausreichend hoch war entdeckten wir, dass ein zweigeschossiges Regalsystem installiert werden könnte. Damit würde die verfügbare Fläche optimal genutzt werden. Zwei Etagen bieten genügend Abstellfläche für alle Archivgegenstände. Das klang ideal.

So gesagt, so getan. Am 12. August 2011 trafen sich die Bauunternehmer, Architekten, Vermieter, der Hausmeister, die Mitarbeiter und die Geldgeber zum ersten mal im Bau. Mitte April 2012 sollte alles bezugsfertig sein. Es wurde viel Arbeit verrichtet in einem relativ kurzem Zeitraum. Agneta erzählt, dass es etwa 35 solcher Bau-Treffen gegeben hat und das dadurch die Arbeit relativ zügig voran ging:

„In den Besprechungen waren von Anfang an diverse Experten aus allen Bereichen des Projekts involviert. Weil alle Ihr Wissen geteilt haben konnten wir schnell, effizient und erfolgreich dieses Projekt voranbringen“, sagt Agneta Sundstrand.

Kent Granlund von Bruynzeel Storage Systems, stimmt zu: „Das Projektteam hat von Anfang an kontinuierlich alle Probleme erfasst und alles daran getan um keine Zeit zu verschwenden und den Stress für alle Beteiligten auf ein Minimum zu begrenzen. Zum Beispiel konnten wir die Archivlösung um ein Entlüftungsrohr herum installieren. Somit wir waren in der Lage, laut Plan zu arbeiten und künftige Probleme in einem frühen Stadium zu entdecken und zu beseitigen. Wir als Lieferant hatten ein enges Zeitfenster von 12 Wochen für die Installation, aber Dank eines Teams von erfahrenen Technikern, die über 4 Wochen lang 6 Tage pro Woche gearbeitet haben, waren wir in der Lage, alles rechtzeitig fertig zu stellen“.

Archive, die Leben retten
Agneta Sundstrand findet es gut, dass alles sich heutzutage an einem Ort befindet. Nicht zuletzt, weil die Fähigkeiten der Mitarbeiter und das Wissen das zuvor in mehreren Archiven verstreut war, besser geteilt werden kann. Es gibt z.B medizinische Aufzeichnungen aus dem County Council, die mehrere hunderte Jahre zurück in die Vergangenheit reichen.Im neuen Archiv ist es einfacher solche alten Dokumente zu finden. Die Nachfrage nach dem Archivmaterial ist groß und tägliche werden über 50 Dokumente genutzt.

„Immer öfter wird die Informationsquelle die unser Archiv bietet genutzt. Während des Ausbruch der Vogelgrippe wurden zum Beispiel medizinische Aufzeichnungen der spanischen Grippe aus 1918-1920 angefordert. Sie mussten eine lebendige Person finden, die die Spanische Grippe gehabt hatte, um Wege zu finden, einen Impfstoff zu kreieren“.

Für Forscher, Privatpersonen und Akademiker gibt es große Räume mit Archivmaterial aus der Geschäftstätigkeit des County Council aus dem 18. Jahrhundert.

„Wir können uns mehr als zuvor auf den Markt richten und organisieren inzwischen auch Exkursionen für Tagungsgäste . Es ist wunderbar, eine so schöne Anlage präsentieren zu können„, beendet Agneta freudig und stolz das Gespräch.

Fußnote: Im März 2015 beendete Agneta Sundstrand Ihre Mission als Archivarin. Wir wünschen Ihr alles Gute, eine gute Gesundheit und viel Spaß im Ruhestand!

Bilder des Regionalarchivs in Linköpig

Das Büro während und nach der Renovierung.

Man entschied sich für ein zweigeschössiges Regalsystem. Dadurch das die Regale sich auf 2 Etagen befinden, konnte im vergleich zu nicht beweglichen Regalen, bis zu 4 Mal so viel darin gelagert werden. Das mittlere Bild zeigt das Zwischengeschoß, dass dem Archiv Zugänglichkeit, Sicherheit und effizientes arbeiten ermöglicht.

Der Fußboden schafft Transparenz zwischen den Stockwerken.

Mobile Regale mit nur einem Durchgang sparen Platz und schaffen Lagerfläche.

Das Regional Archiv in Linköping hat nicht nur Archivmaterial, sondern auch einen Forschungsraum mit Tagungsräumen und eine Bibliothek. Die Bibliothek wurde mit Bibliotheksregalen von Bruynzeel eingerichtet. Das Bild rechts zeigt Präsentationsregale mit versteckten Aufbewahrungsraum.