COLLECTION CENTER NIEDERLANDE

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Etwa 31.5000 Quadratmeter Nutzfläche, davon 25.000 Quadratmeter für die Lagerung von insgesamt 350.000 Objekten in 39 Depots: Das Collection Center Netherlands wird von großen Zahlen dominiert. Sogar Standortleiter Wim Hoeben, der sich inzwischen daran gewöhnt hat, dreht sich bei diesen Zahlen der Kopf. „Aber ich bin sehr zufrieden damit, denn dieses Depot ist genau das, was wir brauchen”, sagt er.

Das CC NL wurde in einer Rekordzeit von weniger als zwei Jahren eingerichtet. Die Bauarbeiten begannen im Mai 2018 und das Gebäude wurde im Sommer 2020 fertiggestellt. Danach konnte mit der Befüllung der Lagersysteme begonnen werden, die noch in vollem Gange ist. In den Korridoren, Aufzügen und Depots herrscht ein Kommen und Gehen von Menschen, die alle Arten von Gegenständen an ihr Ziel bringen.

„Was Bruynzeel hier in so kurzer Zeit geschafft hat, ist tatsächlich eine große Leistung”

Wim Hoeben

Standortleiter Collection Center Niederlande

Jahrhunderte
Das CC NL soll am 7. Juni 2021 seine Tore öffnen. Dann werden die Sammlungen der vier beteiligten Regierungsinstitutionen ein Zuhause für die kommenden Jahrhunderte gefunden haben. Das CC NL wird für Forscher, Studenten, Museumskollegen und Besucher mit gezielten Anfragen offen und zugänglich sein.

Das CC NL ist in mehrfacher Hinsicht weltweit einzigartig, so Hoeben. „Nirgendwo sonst ist eine so große Sammlung von Museumsobjekten eines Eigentümers, in diesem Fall des Staates, an einem Ort konzentriert. Und es ist auch das erste Mal, dass ein so großes Gebäude, das alle modernen strengen Anforderungen an Nachhaltigkeit, Nutzung und Sicherheit erfüllt, speziell für diesen Zweck entworfen wurde. ”

Lelystad
Der akuter Platzmangel der beteiligten Institutionen war der direkte Grund für den Bau des CC NL. Seit seiner umfassenden Renovierung ab 2003 wurde die Sammlung des Rijksmuseums in einem „provisorischen“ Depot in Lelystad, Niederlande, aufbewahrt, das die Anforderungen seit einiger Zeit nicht mehr erfüllt. Der Palast Het Loo, das niederländische Freilichtmuseum und die niederländische Kulturerbebehörde bewahrten ihre Sammlungen an verschiedenen Orten auf. Teuer, umständlich und unsicher.

„Allmählich kamen wir zur Erkenntnis, dass es billiger, einfacher und sicherer wäre, die verschiedenen Sammlungen an einem einzigen Ort und unter optimalen Bedingungen zu lagern”, so Hoeben. „Die Tatsache, dass die Sammlungen der vier Institutionen Staatseigentum sind, hat diesen Schritt vereinfacht.” Ein Stück Land am Stadtrand von Amersfoort – weit über dem NAP

Körper
Das CC NL wurde vom Architekturbüro cepezed in Delft entworfen und besteht aus drei Teilen, die Hoeben als Kopf, Hals und Körper beschreibt. Kopf und Hals sind leichte Konstruktionen, die unter anderem als Büro, Transporträume, Restaurant, Werkstatt, Personalkantine sowie Sitzungs- und Konferenzeinrichtungen genutzt werden. Der Körper ist das eigentliche Depot, ein 24 Meter hoher, schwerer Betonbunker, der aus vier 5,5 Meter hohen Stockwerken besteht, die von etwa tausend 24 Meter langen Pfählen getragen werden.

Der große Vorteil dieser schweren Konstruktion ist, dass Wetter und Temperatur keinen Einfluss auf das Raumklima haben. In den mit Ziegeln aus Kalksandstein, einem perfekten Dämmmaterial, bedeckten Depots herrschen eine konstante Temperatur von ca. 17 Grad und – was noch wichtiger ist – eine stabile Luftfeuchtigkeit.

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Eine Klimaanlage ist überflüssig und selbst Sprinkler oder andere Löschsysteme fehlen. Hoeben: „Abends schalten wir die gesamte Stromversorgung im Depot aus, damit kein Feuer entstehen kann. Aus diesem Grund dürfen keine Laptops und Handys im Depot gelassen werden. Infolgedessen kann im Depot gar kein Feuer ausbrechen. ” Das CC NL verfügt jedoch über ein fortschrittliches Einbruchmelde- und Alarmsystem.

Regenwasser
Der Energieverbrauch des Komplexes ist extrem gering. 3.600 Quadratmeter Sonnenkollektoren decken den eigenen Energiebedarf größtenteils, Regenwasser wird gesammelt und wiederverwendet und die unmittelbare Umgebung des CC NL ist optimal auf die Entwicklung der lokalen Flora und Fauna ausgelegt. Das international zertifizierte Gebäude erhielt fünf Sterne für die Nachhaltigkeit des Designs und für die Umsetzung wird eine ebenso hohe Punktzahl erwartet.

Die rund 350.000 Objekte, die in der kommenden Zeit im CC NL gelagert werden, unterscheiden sich stark in Größe und Form. Im CC NL werden sich der Stift und eine Zigarre von „Vater Drees” – einem bekannten niederländischer Politiker – ebenso wie die Karren, landwirtschaftlichen Instrumente sowie eine Drehorgel aus dem niederländischen Freilichtmuseum befinden. Die Gemälde und anderen Artefakte des Rijksmuseums genauso wie archäologische Schätzen aus der Sammlung der niederländischen Kulturerbebehörde.

Anpassung
In enger Zusammenarbeit mit Bruynzeel wurde ein Konstruktionsplan entworfen, der eine sichere Aufbewahrung aller Objekte ermöglichte. Hoeben: „Wir haben eine Liste von Anforderungen erstellt und dann mit den Projektleitern und Experten von Bruynzeel darüber gesprochen. Wie lösen wir dieses komplizierte Puzzle? Das waren angenehme, konstruktive Gespräche, bei denen die Möglichkeiten von beiden Seiten kritisch geprüft wurden. Details spielten bei diesen Diskussionen immer eine große Rolle, denn wenn es um die optimale Nutzung des Raums geht, sind Details wichtig. Die Leute von Bruynzeel waren da immer sehr präzise. ”

 

„Alle diese Artefakte müssen in angemessener und verantwortungsvoller Weise aufbewahrt werden. Das funktioniert nur mit sorgfältiger Anpassung. Über eine europäische Ausschreibung kamen wir zum Unternehmen Bruynzeel Storage Systems, mit dem wir bereits zuvor bei unserem Depot in Lelystad gute Erfahrungen gemacht hatten. Bruynzeels Angebot war auch preislich vorteilhaft. ”

Wim Hoeben

Standortleiter Collection Center Niederlande

Oft wurden – hauptsächlich aus Kostengründen – Standardlösungen gewählt, die dann manchmal abgeändert und an spezifische Anforderungen angepasst wurden. In anderen Fällen musste ein völlig neues Design entworfen werden. Hoeben: „Wir haben ziemlich viel über das Antriebssystem der Regale und Schränke diskutiert. Bruynzeel wollte ein elektronisches Antriebssystem, wir jedoch nicht. Alle Schränke, Regale und sonstigen beweglichen Teile werden von Hand bedient. Kein Problem, denn es geht ganz leicht. ”

Hoeben lobt Bruynzeels Auge für Details. An einer Betonsäule kauert er sich nieder und weist auf die Metallleiste hin, die sie vor Beschädigungen schützt. „Es ist außergewöhnlich, dass sie auch an so kleine Dinge gedacht haben.”

Montageteams
Er ist sehr zufrieden mit der Arbeit und dem Engagement der Montageteams von Bruynzeel. „Sie wussten genau, was sie taten. Sie arbeiteten schnell, aber auch sehr ordentlich und ohne Unordnung zu hinterlassen. Es war alles selbstverständlich, wir mussten uns kaum darum kümmern. Diese Leute haben wirklich Erstaunliches geleistet. ”

In knapp zehn Monaten installierten die Montageteams von Bruynzeel 24.250 Quadratmeter Gitterrahmenregale, 8.650 Quadratmeter Longspan-Regale, 2.400 Quadratmeter Kragarmregale, 18.060 Quadratmeter Sysco-Regale, 960 Quadratmeter mobile Sockel, 1.287 Teppichregale, 3.655 Schubladen, 117 Paneelregale und 191 Garderobenschränke.

Die Zahlen sind in eine Metallplatte gestanzt, die Hoeben nach Abschluss des Projekts von Bruynzeel erhalten hat und jetzt seinen Schreibtisch ziert. Wie eine Trophäe, vergeben nach einer beeindruckenden sportlichen Errungenschaft. „Was Bruynzeel hier in so kurzer Zeit geschafft hat, ist tatsächlich eine große Leistung”, sagt der Standortleiter.

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