Das Weltwirtschaftsforum prognostiziert, dass in den kommenden 80 Jahren zwei Milliarden neue Wohnungen gebaut werden müssen. Dies ist eine direkte Folge einer steigenden Bevölkerung, einer alternden Bevölkerung und einer Zunahme von Ein- bis Zwei-Personen-Haushalten. Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen berichtet, dass die Wohnkosten in alarmierendem Ausmaß steigen, wodurch Wohnraum für die Mittelschicht unerschwinglich wird.

Der Bau dieser Wohnungen wird für viele Länder ein heißes Thema sein. Es geht nicht nur um die Menge der Ressourcen in dieser Ära der globalen Erwärmung und des Klimawandels, in der die Länder über die Reduzierung der CO2-Emissionen nachdenken und nachhaltige Lösungen finden müssen.

Was ist Urban Living (Stadtleben)?

Urban Living umfasst die Einrichtung Ihres Zuhauses mit multifunktionalen Möbeln in multifunktionalen Räumen, die optimale Nutzung des Platzes bei knappem Raumangebot, das Hinterlassen eines kleineren CO2-Fußabdrucks durch Recycling und das Finden von Wegen, die Umwelt zu schonen.

„Wir alle wissen, dass die wachsende Weltbevölkerung und die Verstädterung in naher Zukunft Herausforderungen bei der Bereitstellung von Wohnraum für alle mit sich bringen werden. Der verfügbare Platz wird knapp und die Lebenshaltungskosten in den Städten werden nur noch höher. Die Zukunft des Wohnens in größeren Städten wird sich ändern und Wohnungen werden viel kleiner sein, Apartmentkomplexe werden gemeinsame Funktionalitäten bieten, die die Bewohner bei Bedarf nutzen können“

sagt Roland van der Velden, Innovationsmanager bei Bruynzeel Storage Systems

Wohnraum verkleinern

Die Bewegung des urbanen Wohnens wird immer größer. Diese architektonische und soziale Bewegung setzt sich für die Verkleinerung von Wohnräumen ein. Andere Begriffe wie Micro Housing und Tiny Housing werden ebenfalls mit dem Gedanken verwendet, weniger Wohnraum zu nutzen und den Kohlenstoff-Fußabdruck zu reduzieren.

„Micro Housing ist ein Lebensstil oder ein Bedürfnis. Das hängt vom Standort ab, aber so ziemlich auf jedem Kontinent und in jedem Land herrscht Platzmangel“

sagt Joao Pereira, leitender Architekt für das Projekt High 6 bei Tengbom.

Pilotprojekt

„Als Unternehmen, das sich auf raumschaffende Lösungen auf die nachhaltigste Art und Weise konzentriert, hat Bruynzeel kürzlich ein aufregendes, innovatives Pilotprojekt für urbanes Wohnen, die sogenannte „flexible Wand“, in Zusammenarbeit mit Tengbom, inem der größten Architekturbüros der Welt, und OBOS, einem der größten Wohnungsbauunternehmen der nordischen Länder, abgeschlossen“,

erklärt Chefarchitekt Joao Pereira.

„Es gibt einen riesigen Markt und einen wachsenden Bedarf, Produkte zu finden, die den Bedürfnissen der Benutzer zu Hause und bei der Arbeit entsprechen.“

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Image: High 6 project by Tengbom

Van der Velden erklärt:
„Indem wir raumeffiziente urbane Wohnlösungen wie diese flexible Wand anbieten, können wir einen positiven Beitrag zum Wohnungsproblem leisten. Es ist recht einfach: Ein kleineres Haus benötigt weniger Baumaterial, weniger Heizung bzw. Kühlung und hat daher einen geringeren Fußabdruck. Es bietet auch faire Möglichkeiten für Menschen, in oder in der Nähe von Großstädten zu leben.“

Der Prototyp der flexiblen Wand wurde in einem der „OBOS-Mehrfamilienhäuser“ in Schweden getestet. Es ist ein multifunktionales Möbelstück, das Räume für unterschiedliche Nutzungen verwandeln kann. Es trägt zu den täglichen Aktivitäten der Menschen bei, indem es den Raum bietet, den sie zu einer bestimmten Tageszeit benötigen.

„Tagsüber kann es als Arbeits-, Ess- oder Spielzimmer für Ihre Kinder genutzt werden, und nachts verwandelt es sich in ein Schlafzimmer“

erläutert Roland van der Velden.

Quellen:
weforum.org
ohchr.org

Interview
Joao Pereira, leitender Architekt von High 6 bei Tengbom
Roland van der Velden, Innovationsmanager bei Bruynzeel Storage Systems