DIE KUNSTBIBLIOTHEK VON MONS, BELGIEN

Mons 2015, wenn neue technologien und kultur zusammentreffen. Im April 2015 wurde die Kunstbibliothek von Mons eröffnet, ein einzigartiger Ort im Herzen der Monser Museumswelt.

Bevor die Kunstbibliothek realisiert wurde, hatten die Museen der Stadt Mons keine Depots die diesen Namen verdienen. Die Werke wurden im Keller oder auf Dachböden gelagert. Seit dem Jahr 2000 implementierte die Stadt Mons eine dynamische Ausstellungspolitik, mit ständigen und zeitlich begrenzten Ausstellungen an verschiedenen Orten. Dadurch wurde die Aufbewahrung der Kollektionen ein immer größeres Problem.

Zur Feier des Kulturhauptstadtjahres 2015 weihte Mons fünf neue, sehenswerte Museen zu den Themen Kunst, Geschichte und UNESCO-Weltkulturerbe der Stadt ein. Darüber hinaus wurde das „BAM Mons“ einer umfangreichen Renovierung unterzogen, so dass es mit der großen Van Gogh-Ausstellung „Van Gogh in Borinage“ das Festjahr einläuten konnte.

Die Kunstbibliothek befindet sich in der ehemaligen Kapelle des Ursulinenklosters und ist ein wunderbares Beispiel für die klassische Architektur des 17. Jahrhunderts. Die Kapelle wurde während des Zweiten Weltkrieges bombardiert. Die Struktur war in einem guten Zustand, aber das Innere war am Boden zerstört. Das Gebäude hat jedoch eine gute Klimastabilität.

Neben ihrer Funktion als Archiv, Forschungszentrum und Restaurierungsstelle möchte die Kunstbibliothek die Kulturgeschichte von Mons einem breiteren Publikum näher bringen und einen tieferen Einblick in die Funktionsweise der Museen geben, indem die teils „verborgenen“ Tätigkeiten der Museen ins Zentrum der Aufmerksamkeit gestellt werden. Das Zentrum legt einen Schwerpunkt auf Interaktivität und moderne Technologien und ist Volkommen im Einklang mit dem Leitmotiv der Museumstadt des Jahres 2015: „Wenn neue Technologien und Kultur zusammen treffen“.

Das Gebäude bietet eine historische Brücke zwischen der Altstadt und dem neuen modernen Teil. Das passt perfekt zum Leitmotiv von Mons 2015: wenn neue Technologien und Kultur zusammentreffen.

Michel De Reymaeker – Konservator und Chef der Museumskollektionen, Museumsgemeinschaft der Stadt Mons

Das Projekt ist das gelungene Resultat einer wichtigen Zusammenarbeit mit den Architekten.

Kollektionen quantifizieren und lagerung optimieren in den Depots der Kunstbibliothek
In den Depots der Kunstbibliothek befinden sich historische- und Kunstsammlungen von 3 verschiedenen Museen. Vorher gab es keine gemeinschaftlichen Depots.

Das erste Projekt war die Quantifizierung der Sammlungen. Danach konnte überlegt werden welche Lagerlösungen alle verschiedenen Kollektionen erfassen könnten.

Sophie Simon
Konservatorin der Museumskollektionen, Museumsgemeinschaft der Stadt Mons

Die Digitalisierung der Bestände half den Teams die Sammlungen zu quantifizieren. Der Umzug und die Prüfung der Werke wurden gleichzeitig durchgeführt. Während der Bestandsaufnahme wurden die Gegenstände fotografiert und katalogisiert. Um die Sammlungen optimal zu lagern, nutzte Sofie Simon sowohl existierende als neue Regale.

Wir gingen davon aus, dass jedes Kunstwerk einen Platz hat im neuen Depot, auch wenn der Gegenstand gerade ausgeliehen ist und sich irgendwo anderes befindet. Wir mussten auch daran denken das zukünftig weitere Gegenstände gesammelt werden würden. Der Verfügbare Platz sollte optimal genutzt werden. Bruynzeels Hilfe bei der Planung war von unschätzbarem Wert für uns. Mit den Platzsparenden Aufbewahrungslösungen wo nur ein Durchgang benötigt wird, haben wir jetzt eine flächeneffiziente Lösung.

Stauram auf fast alles etagen
Bruynzeel installierte individuell gestaltete Aufbewahrungslösungen auf 7 der 8 Ebenen im Depotgebäude. Ablageböden, Schubladen, Einlegeböden, Kleiderstangen, Tische und Gemäldegitter sorgen für Artgerechte Lagerung der diversen Gegenstände.

Wir haben sehr gut darüber nachgedacht welche Art Aufbewahrungslösung wir benötigen. Zum Beispiel schätzen wir die Vitrinen die die Sammlungen vor Licht und Staub beschützen und trotzdem die Zugänglichkeit ermöglichen, erzählt Sophie Simon.

Das Kellergeschoss
In neuen und gebrauchten stationären Regalen werden archäologische Steine aufbewahrt.

Das Erdgeschoß
Wenn Besucher ankommen, ist das erste was Sie sehen ein Raum mit Glaswänden wo Gemäldeverschiebeanlagen stehen. Ein Video wird im Raum Projektiert und erklärt die Werke und die verschiedenen Behandlungen (scannen, restaurieren usw.). Die Kunstwerke haben durch die Ausleihe gelitten. Die Tour führt weiter zu einem Raum worin große Gemäldegitter an der Wand befestigt sind und interaktive Schränke den Besuchern weitere Informationen bieten.

Die erste Etage: das Dokumentationszentrum
Acht Reihen mit stationären Bücherregalen stehen im Dokumentationszentrum. Die Regale bieten die Möglichkeit bestimmte Bücher oder Magazine zu präsentieren und sie aufzubewahren.

Depots auf der ersten und zweiten Etage
Die Gemäldeverschiebeanlagen sorgen für optimale Flächennutzung und Zugänglichkeit der Kunstwerke. An den Wänden wurden weitere Gitter befestigt, damit der ganze Raum ausgenutzt werden kann.

Die dritte Etage
Ablagetische wurden Maßgefertigt.

Die fünfte Etage
Verschiedene Regale ermöglichen die Aufbewahrung verschiedenster Gegenstände.

Die sechste Etage
Verschiedene Regale ermöglichen die Aufbewahrung von Papier und Textilien.

Die Meinung der Besucher
Die Depotmöbel von Bruynzeel wurden ohne Ausnahme positiv beurteilt.

Wir sind sehr zufrieden mit allen Aufbewahrungssystemen die uns zur Verfügung stehen, vor allem mit dem Schienensystem, dass Vibrationen eliminiert. Dies ist unseres Wissens das beste System um die Gemälde aufzubewaren. Darüber hinaus werden wir beneidet und ist die Kunstbibliothek bereits ein Referenz geworden für Kollegen.

Sophie Simon und Michel De Reymaeker – Museumsgemeinschaft der Stadt Mons